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Psychotherapeutenkammer Niedersachsen
Körperschaft des öffentlichen Rechts

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Eltern - Kinder - Jugendliche

Braucht mein Kind Psychotherapie?

Fast alle Eltern wissen das: Kinder und Jugendliche beim Großwerden zu begleiten ist nicht immer einfach. Schwierige Phasen sind normal und gehören zu einer Entwicklung dazu. Doch welches Verhalten ist lediglich eine entwicklungsbedingte Krise oder dem individuellen Charakter zuzuschreiben, wo beginnt eine psychische Störung oder gar Krankheit?

Sollten Sie das Gefühl haben, dass Krisen und Konflikte Ihr Kind überfordern oder Ihre Familie zu stark belasten, dann sollten Sie sich Hilfe holen. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können seelische Überlastungen und Störungen und deren Behandlungsbedürftigkeit beurteilen. Sie nehmen sich Zeit und die Sorgen der Kinder und Eltern ernst.

Die folgenden Beschwerden und Probleme können Anlass für ein Gespräch sein:

  •  Fütter- und Gedeihstörungen oder untröstbares Schreien
  •  altersunangemessenes Einnässen und Einkoten
  •  Ein- und Durchschlafstörungen
  •  Entwicklungsstörungen 
  •  andauernde Ängste
  •  Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit
  •  übermäßiger Rückzug, Kontakt- und Beziehungsprobleme
  •  traumatische Erlebnisse 
  •  körperliche Erkrankungen wie Asthma, Neurodermitis, Diabetes, Kopf-, Rücken- oder Bauchschmerzen mit unklarem medizinischen Befund
  •  Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme, motorische Unruhe
  •  Sprach- und Sprechstörungen (spricht nur mit ausgewählten Personen, Stottern) 
  •  Essstörungen (Magersucht, Ess-Brechsucht, Esssucht)
  •  unsoziales Verhalten wie stehlen, Schule schwänzen, weglaufen oder Aggressionen 
  •  starkes Verlangen (Sucht) zum Beispiel nach Alkohol, Drogen, Medikamenten, Internet

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat einen Elternratgeber für eine erste Orientierung bei seelischen Störungen und Krisen bei Kindern herausgegeben, der hier heruntergeladen werden kann:

BPtK Elternratgeber: Psychotherapie für Kinder und Jugendliche - Informationen für Eltern

Informationen für Jugendliche

Manchmal wird einem alles zu viel. Grübelnde Gedanken lassen einen nicht schlafen. Ängste legen einen lahm oder plötzlich aufkommende Wut macht einen rasend und explosiv. Oder die Gefühle sind weg und es herrscht im Inneren eine große, trostlose Leere, die einen blockiert. Alles gleicht einem einzigen, inneren Chaos und eine Lösung ist nicht in Sicht.

Wenn du so etwas kennst und mehr darüber erfahren möchtest, kannst du folgende Homepage für Jugendliche besuchen, die dir helfen soll, herauszufinden, was mit dir los ist:
www.gefuehle-fetzen.net

Gesetz zum Kinderschutz und zur Kooperation und Information im Kinderschutz

Am 01.01.2012 ist das neue Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) in Kraft getreten, welches bisher geltende Ländergesetze und andere Regelungen ablöst und das Wohl von Kindern und Jugendlichen schützen sowie deren seelische, körperliche und geistige Entwicklung fördern soll.

Auch die Tätigkeit von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ist insoweit von den Regelungen des Kinderschutzgesetzes betroffen, dass bei Verdacht von Kindeswohlgefährdung die Verpflichtung besteht, im Sinne des Kindeswohls tätig zu werden. Dies kann z.B. auch durch Weitergabe von personenbezogenen Daten an das zuständige Jugendamt geschehen.

Der Gesetzgeber hat für diesen Fall das Vorgehen wie folgt beschrieben:

  • Wenn sich für  Psychotherapeuten oder Ärzte „gewichtige Anhaltspunkte“ ergeben, soll mit den Sorgeberechtigten zunächst die aktuelle Situation besprochen und geraten werden Hilfen (z.B. Jugendhilfemaßnahmen) in Anspruch zu nehmen.
  • Weiterhin haben Psychotherapeuten und Ärzte in einem weiteren Schritt das Recht, als Berufsgeheimnisträger eine anonymisierte Beratung durch das Jugendamt in Anspruch zu nehmen.
  • Sollte ein akuter Gefährdungsfall vorliegen, sind Psychotherapeuten und Ärzte befugt, nach §4, Abs. 3 KKG-E, erforderliche personenbezogene Daten an das Jugendamt weiterzuleiten.