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Covid-19: Informationen für niedergelassene KJP

PKN-News

Die Corona-Krise bringt eine Flut an Sorgen und Fragen mit sich, auch weil wir eine derartige Krise noch nicht erlebt haben und uns somit Erfahrungen fehlen. Deshalb bleibt uns nichts anderes übrig als kleinschrittig, „step by step“ - „learning by doing“ vorzugehen. Mit dieser Praxisinformation möchten wir Ihnen einen ersten Zwischenstand geben.

Viele Fragen erreichen uns, ob die Durchführung von Psychotherapien bei Kindern noch Sinn machen. Noch letzte Woche haben Kolleg*innen spezielle Erklärungen mit entsprechenden Hygienehinweisen an die Eltern verteilt, damit sollten unter bestimmten Hygienemaßregeln Behandlungen noch möglich gemacht werden. Heute, eine Woche später, wird deutlich, dass Behandlungen mit Kindern mehr Risiken mit sich bringen als Sinn machen – so schnell geht das. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Kolleginnen und Kollegen für den außergewöhnlichen Einsatz und die vielen Mails bedanken. Die meisten Kolleg*nnen melden uns inzwischen, dass sie die Behandlungen von Kindern bis auf weiteres eingestellt haben, weil angemessene Hygienestandards nicht eingehalten werden können und sind deshalb vorzeitig in die Praxis-Osterferien gegangen. Grundsätzlich muss natürlich jede*r KJP selbst entscheiden, welche Risiken für die eigene Gesundheit und die Gesundheit der Patient*innen er*sie eingehen will, diese Entscheidung kann Ihnen niemand abnehmen. Sollten Sie selbst schon erkrankt sein, sind Sie verpflichtet, sich bei Ihrem örtlichen Gesundheitsamt zu melden: Ihre Praxis würde in diesem Fall für mindestens 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden. Wenn Sie Sorge haben, sich möglicherweise schon angesteckt zu haben, wenden Sie sich bitte telefonisch an Ihren Hausarzt, um weitere Schritte abzuklären. 

Nach Verhandlungen zwischen der KBV und dem GKV Spitzenverband und einem entsprechenden Entschluss können wir ab dem 2. Quartal 2020 für Jugendliche und Eltern Videobehandlungen auch über die bisherige 20%-Quote (bisher durften wir nur 20% unserer Behandlungen per Videobehandlung durchführen) hinaus anbieten, siehe insbesondere die Informationen der BPtK und entsprechende Informationen der KBV sowie das entsprechende Kammertelegramm der PKN.

Bei der Behandlung von Jugendlichen und ggf. in der Elternarbeit können Videobehandlungen eine mögliche Alternative zum Praxisbesuch sein. Bedenken Sie bitte, dass Jugendliche unter 17 Jahren eine entsprechende Zustimmung durch die sorgeberechtigen Personen benötigen. Für Videobehandlung bereiten wir gerade ein entsprechendes Aufklärungs- und Einwilligungsformular vor, dass wir Ihnen zeitnah auf der Homepage bei den FAQ zur Online-Therapie zur Verfügung stellen. Die meisten Erfahrungen mit Videobehandlungen, die wir selbst machen, oder uns berichtet werden, sind durchweg erfreulich, ein guter Kompromiss in diesen Zeiten. In einem zweiten Brief vom beratenden Fachausschuss Psychotherapie der KBV wurde der Vorstand der KBV beauftragt, sich auch dafür einzusetzen, dass wir in diesen besonderen Zeiten (ausnahmsweise) auch Psychotherapeutische Sprechstunden, Akutbehandlungen und Probatorik über Video bzw. Telefon durchführen dürfen - eine entsprechende Antwort steht noch aus. Das stellt die Niedergelassen berufsrechtlich natürlich unter erheblichen Druck, besonders verantwortlich in dieser außergewöhnlichen Krise mit den Möglichkeiten umzugehen, der Patientenschutz steht da an erster Stelle. Bei etwaigen Fragen wenden Sie sich bitte an die PKN – wir sind gerne für Sie da. Allgemeine Abrechnungsaspekte zur Videobehandlung entnehmen Sie bitte der Broschüre der BPtK und erkundigen Sie sich bei Ihrer Kassenärztlichen Vereinigung. Zur Frage von möglichen Umsatzeinbußen, hat der Vorsitzende der KVN Herr Barjenbruch gestern mitgeteilt, dass alle bisherigen Abschläge weitergezahlt werden, dabei stehen auch Mittel aus den Sicherstellungsfond der KVN zur Verfügung. Gleichzeit hat der Vorsitzende der KBV Herr Dr. Gassen von der Regierung einen Schutzschirm für die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten gefordert. Alle Fragen dazu bitte ich Sie, an die KVN zu richten, damit Sie tagesaktuelle Informationen erhalten.

Als letztes laden wir dazu ein, dass sich alle KJP in Niedersachsen an einer „Ideenbörse“ beteiligen. Unter dem Motto „lernen voneinander“ bitte wir Sie, all die bisherigen und zukünftigen kreativen Ideen für den Umgang in der Praxis an uns weiterzuleiten. Nach Abwägung etwaiger berufsrechtlicher Aspekte und Berücksichtigung aktueller Beschlüsse und Verordnungen, würden wir dann die Ideen entweder per Schnellinfo oder über die Homepage der PKN allen Mitgliedern zur Verfügung stellen. Helfen Sie mit, die Krise kreativ zu bewältigen. Dafür bedanken wir uns bei Ihnen.

Bleiben Sie gesund!

Mit kollegialem Gruß

Ihre PKN

(Stand 21.03.2020, 14:00 Uhr)