Landesweite Tagung der Jugendwerkstätten und Pro-Aktiv-Centren
„Chancen schaffen – Perspektiven für junge Menschen in Niedersachsen“ lautete das Thema der landesweiten Tagung, die am 11. November 2025 im Werkhof Hannover stattfand.
Im Fokus der Veranstaltung stand die umfassende Evaluation der niedersächsischen Jugendwerkstätten, durchgeführt in den Jahren 2024 und 2025 durch die Zoom GmbH im Auftrag des Niedersächsischen Sozialministeriums. Mehr als 180 engagierte Fachkräfte und Einrichtungsleitungen aus Jugendwerkstätten und Pro-Aktiv-Centren setzten sich mit den Ergebnissen der Evaluation sowie den darin enthaltenen Handlungsempfehlungen im Plenum und in vertiefenden Workshops auseinander.
Der Vizepräsident der PKN, Jörg Hermann, leitete einen eigenen Workshop mit dem Titel „Umgang mit psychischen Belastungen von Teilnehmenden und Stärkung von Netzwerkarbeit“. Im Workshop wurde deutlich, dass die jungen Menschen, die in den Jugendwerkstätten betreut werden, häufig auch mit psychischen Belastungen oder Erkrankungen konfrontiert sind. Jörg Hermann erläuterte die bestehende Struktur psychotherapeutischer Leistungen im ambulanten und stationären Bereich sowie den Angeboten der Jugendhilfe und Erziehungsberatungsstellen. Auch neue Möglichkeiten der ambulanten Versorgung besonders vulnerabler Patientengruppen wurden angesprochen.
Im Verlauf wurde die besondere Herausforderung junger Menschen im sogenannten Transitionsalter herausgearbeitet, psychotherapeutische Hilfe zu bekommen, auch angesichts erschwerender Faktoren wie Wartezeiten und weiterer Hürden. Doch nicht nur Ideen zur Unterstützung der jungen Menschen selbst, sondern auch zur Entlastung der mit ihnen arbeitenden pädagogischen Fachkräfte wurden diskutiert. So ging es einerseits um die notwendige Vernetzung zwischen den Sozialsystemen. Andererseits wurden regionale Lösungen überlegt, wie psychotherapeutische Kompetenz in die Jugendhilfewerkstätten implementiert werden könnte. Dabei wies Jörg Hermann auch auf die Möglichkeit der fachpsychotherapeutischen Weiterbildung im Bereich der Jugendhilfe hin, wenn Institutionen oder Träger bereits Psychotherapeut*innen beschäftigen.
Ein ausführlicher Bericht zur gesamten Tagung inklusive weiterer bildlicher Impressionen sind auf der Webseite der NBank veröffentlicht.
Hintergrund
In Jugendwerkstätten werden junge Menschen mit beruflichen Eingliederungshemmnissen und besonderem sozialpädagogischen Förderbedarf persönlich stabilisiert, sozial integriert und durch betriebsnahe Qualifizierung auf eine Ausbildung oder Beschäftigung vorbereitet. Pro-Aktiv-Centren sind Beratungsstellen, welche individuelle Einzelfallhilfe für junge Menschen in problematischen Lebenslagen anbieten. Ziele sind soziale Stabilisierung, Bewältigung des Lebensalltags und die Schaffung von Alltagsstrukturen, die zur Verbesserung der Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit führen. (Quelle: NBank)