Psychiatrie-Barometer: Kinder- und Jugendpsychiatrie unter wachsendem Versorgungsdruck
Das aktuelle Psychiatrie-Barometer 2025/2026 des Deutschen Krankenhausinstituts weist besorgniserregende Ergebnisse auf.
Insgesamt stimmten 86 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die Wartezeiten auf eine (teil-)stationäre Behandlung in den vergangenen zwei Jahren deutlich gestiegen sind. Über die Hälfte der befragten Einrichtungen gab an, dass die Wartezeit für Kinder und Jugendliche auf einen teilstationären Behandlungsplatz bei mehr als zehn Wochen liegt. Und auch in der vollstationären Behandlung liegen die Wartezeiten bei 43 Prozent der Einrichtungen bei mehr als zehn Wochen. Deutlich zugenommen habe der Behandlungsbedarf bei Essstörungen, Internetabhängigkeit und suizidalen Krisen.
Ein immer größer werdendes Problem sei zudem die Versorgungslücke zwischen stationärer und ambulanter Behandlung. Als häufigstes Problem nannten 85 Prozent der Einrichtungen unzureichende Anschlussversorgungsmöglichkeiten im ambulanten Bereich.
Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf, die ambulante psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen auszubauen. Um eine nahtlose Anschlussbehandlung nach einem stationären kinder- und jugendpsychiatrischen Aufenthalt sicherzustellen, muss eine separate Bedarfsplanung für die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen dringend umgesetzt werden.
Strategie „Mentale Gesundheit für junge Menschen“ – BPtK-Kampagne zur angemessenen psychotherapeutischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen
Seit dem Frühjahr 2026 nimmt die BPtK in einer Kampagne die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in den Blick. In diesem Zusammenhang wurden u.a. ein Erklärfilm, ein Q&A zur separaten Bedarfsplanung sowie ein gemeinsames Positionspapier mit dem Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e.V. (BKJPP) veröffentlicht, um die Bundesregierung an ihre im Koalitionsvertrag festgeschriebene Ankündigung zu erinnern, die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen u.a. mit einer eigenen Bedarfsplanung zu verbessern.