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Klimawandel & Hitzeschutz

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt den Klimawandel als größte Bedrohung für die menschliche Gesundheit. Klimawandelbedingte Hitzewellen und insgesamt mehr heiße Tage in den Sommermonaten gehören auch in Mitteleuropa zu den größten Gesundheitsrisiken des Klimawandels. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) schreibt, dass markante Hitzeperioden seit den 1950er-Jahren sowohl in der Häufigkeit als auch in der Intensität zugenommen haben.

Neben der körperlichen Gesundheit leidet auch die psychische Gesundheit unter hohen Temperaturen. Die Leistungsfähigkeit sowie die Fähigkeit, Gefühle zu regulieren nimmt an besonders heißen Tagen ab. Gereiztes, impulsives und gewalttätiges Verhalten wird wahrscheinlicher. Bestehende Symptome psychischer Erkrankungen können sich verschlimmern und die Rate an Suizidversuchen steigt. Insbesondere Patient*innen mit Schizophrenie, Abhängigkeitserkrankungen oder Demenz gehören zu den besonders gefährdeten Risikogruppen.

Medizinische Einrichtungen wie Praxen und Kliniken müssen sich auf häufigere und heftigere Hitzewellen einstellen. Präventive Maßnahmen können helfen, die Risiken für hitzebedingte Gesundheitsfolgen zu minimieren. Um bestmöglichen Hitzeschutz in der gesundheitlichen Versorgung gewährleisten zu können, geben hierbei bereits verschiedene Hitzeschutzpläne Hilfestellung und Orientierung.

Anlässlich des Hitzeaktionstages 2025 hat auch die BPtK in Zusammenarbeit mit dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) eine gemeinsame Bundesempfehlung für den Hitzeschutz in ambulanten psychotherapeutischen Praxen inklusive eines Musterhitzeschutzplans veröffentlicht. Der Musterhitzeschutzplan war in seiner ersten Fassung im Jahr 2023 von der BPtK gemeinsam mit der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e.V. und den Psychologists/Psychotherapists for Future e.V. entwickelt worden.

Hitzeaktionstag 2026 am 11. Juni

Trotz der massiven Gesundheitsrisiken sind Deutschland und das deutsche Gesundheits- und Sozialsystem unzureichend auf Hitzeperioden vorbereitet. Gleichzeitig ist die Kompetenz der Bevölkerung unzureichend, Hitzegefahren zu erkennen und sich und besonders gefährdete Personen entsprechend zu schützen. Um diese Lücke zu schließen und Hitzeschutz in den Fokus zu rücken, wurde der Hitzeaktionstag ins Leben gerufen. Über 100 Partner*innenorganisationen unterstützen die politischen Forderungen des Hitzeaktionstags. Darüber hinaus beteiligen sich jährlich zahlreiche weitere Akteurinnen und Akteure mit eigenen Veranstaltungen und Aktionen. Der Hitzeaktionstag 2026 findet am 11. Juni unter dem Motto „Gemeinsam für gesundheitlichen Hitzeschutz“ statt. → mehr

Klima-Gespräche des NIKO (Niedersächsisches Kompetenzzentrum Klimawandel)

Jeden ersten Dienstag im Monat von 11 bis 12 Uhr widmet sich das NIKO eine Stunde dem Klimawandel, seinen Folgen und möglichen Anpassungsmaßnahmen. Die digital durchgeführten Klima-Gespräche beleuchten verschiedene Themen rund um die Klimafolgenanpassung und bieten die Möglichkeit, zu diskutieren und Fragen loszuwerden. Die Teilnahme ist kostenfrei. → Zu den Veranstaltungen

Materialien zum Hitzeschutz

Gemeinsame Bundesempfehlung für den Hitzeschutz in ambulanten psychotherapeutischen Praxen (inkl. Musterhitzeschutzplan)

Anlässlich des Hitzeaktionstages 2025 haben das Bundesgesundheitsministerium (BMG) und die BPtK eine Bundesempfehlung für den Hitzeschutz in ambulanten psychotherapeutischen Praxen veröffentlicht. Der darin enthaltene Musterhitzeschutzplan bietet Inhaber*innen einer psychotherapeutischen Praxis eine Orientierung, wie sich Hitzegefahren bei Patient*innen sowie Praxis-Mitarbeitenden während der Sommermonate wirksam reduzieren lassen.

BPtK-Hitzeschutzflyer für Psychotherapeut*innen und Patient*innen

Anlässlich des Hitzeaktionstages 2024 hat die BPtK Informationsflyer zum Thema Hitze und psychische Gesundheit für Psychotherapeut*innen und Patient*innen veröffentlicht, die in Kooperation mit den Psychologists/Psychotherapists for Future erstellt wurden. Die Informationsflyer können dabei behilflich sein, Patient*innen mit psychischen Erkrankungen über spezifische Hitzegefahren gezielt aufzuklären und Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen der psychotherapeutischen Tätigkeit aufzuzeigen.

Ratgeber des Bundesumweltministeriums "Klimawandel gesund meistern – Tipps für heiße Tage"

Der Ratgeber des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz gibt Tipps gegen sommerliche Hitze im Allgemeinen, am Arbeitsplatz und Hilfestellung für besonders betroffene Gruppen.

Materialien des Umweltbundesamtes: Hitzeknigge und Ratgeber "Mentale Gesundheit im Klimawandel"

Der Hitzeknigge ist eine einfach und konkret formulierte Hilfe für die Bevölkerung und insbesondere vulnerable Gruppen, die Hitzegefahren benennt, Empfehlungen zum Hitzeschutz, Angebote zur Beobachtung der eigenen Verhaltensweisen und Anregungen zur Veränderung gibt.

In Deutschland fühlen sich viele Menschen psychisch durch den Klimawandel und seine Folgen belastet. Das vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebene Forschungsvorhaben „Die mentalen Auswirkungen des Klimawandels und die Bereitschaft zur Anpassung“ liefert nun erste Ergebnisse und verlässliche Daten zu möglichen Risikogruppen, zur Ausprägung der psychischen Belastungen und zu Strategien zur Stärkung der Psyche. In dem dreijährigen Projekt wurden unter anderem Interviews mit Expert*innen aus Psychologie und Psychotherapie geführt und im Rahmen einer repräsentativen Studie 1.300 Personen ab 18 Jahre online befragt. Die Ergebnisse aus diesen Arbeiten, insbesondere zur Stärkung der eigenen Psyche, wurden im „Ratgeber für mentale Gesundheit im Klimawandel“ gebündelt. Dieser richtet sich an Betroffene sowie Interessierte und bietet neben allgemeinen Informationen zu dem Thema verschiedene Möglichkeiten, auf gesunde Art und Weise mit der psychischen Belastung durch den Klimawandel umzugehen.

Informationen und Materialien vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA)

Faltblätter zum Thema „Hitzebedingte Gesundheitsgefahren“ gibt es unter: https://www.nlga.niedersachsen.de/hitze

Das NLGA stellt zudem wertvolle Tipps, wichtige Hinweise und Informationen zu Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit Hitze zur Verfügung: https://www.apps.nlga.niedersachsen.de/Hitze/