Neurobiologie, Gehirn und Schmerz
Worum geht es?
Schmerz und damit verbundene Phänomene wie Bewertung, Erwartung, Placebo- und Nocebo-Effekte beruhen auf neurobiologischen Mechanismen. Es sind nicht lediglich abstrakte psychologische Konstrukte, sondern inzwischen messbaren physiologische Prozesse. Die enge Verbindung zwischen Gehirnaktivität und subjektiven Erfahrungen unterstreicht die Bedeutung des biopsychosozialen Ansatzes in der Schmerztherapie. Neu und kontraintuitiv ist dabei, dass unser Gehirn nicht reagiert, also passiv Reize „entgegennimmt“, sondern antizipiert, d.h. kontinuierlich auf der Basis bisheriger Erfahrungen Vorhersagen trifft und mit der aktuellen Realität abgleicht. Schmerz entsteht demnach aus dem Abgleich innerer Signale mit individuellen und variablen Einflussfaktoren. Damit verbundene neuroplastische Veränderungen sind mögliche Faktoren bei der Entstehung chronischer Schmerzen. Sinnvolle Schmerztherapie wird diesen Erkenntnissen entsprechend zunehmend interdisziplinär und multimodaldurchgeführt. Der Vortrag bietet einen umfassenden Überblick über diese Zusammenhänge und deren therapeutische Konsequenzen.
Referent: Dr. rer. nat. Paul Nilges, Dipl.-Psych., Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutsches Schmerz-Zentrum Mainz
Wann? 25.09.2026 um 12:30 – 14:00 Uhr
Die Online-Fortbildung wird mit zwei Fortbildungspunkten bei der PKN akkreditiert und ist für Kammermitglieder kostenfrei. Die Anmeldung erfolgt über das untenstehende Formular.