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PKN verurteilt den Krieg gegen die Ukraine

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Seit dem 24.02.2022, als die russische Armee in der Ukraine einmarschierte, reißen die Nachrichten über den Krieg nicht mehr ab. Wir sind erschüttert über die aktuellen Kriegshandlungen in dem Land. Die damit einhergehenden humanitären Folgen für die Zivilbevölkerung machen uns betroffen. Wir verurteilen den Angriff Russlands auf die Ukraine und stehen fassungslos vor einer Situation, die dem ukrainischen Volk das Recht auf Selbstbestimmung und Demokratie raubt und den Frieden und die Freiheit in ganz Europa bedroht.

Besonders betroffen macht uns die Situation der traumatisierten und ihrer Heimat beraubten Kinder und Jugendlichen, deren Sicherheit altersgemäß in besonderer Weise von ihren Bezugspersonen und ihrem intakten Umfeld abhängig ist. Diese Sicherheit und Stabilität wird ihnen durch den Krieg genommen. Sie sind jetzt auf der Flucht, häufig ohne ihre Eltern und damit sich selbst überlassen.  Das Leid wird sich noch vergrößern, viele Frauen bleiben als Witwen, viele Kinder als Waisen zurück. Ihre Heimat – psychisch, physisch sowie kulturell – wird derweil dem Erdboden gleich gemacht.

Was wir in diesen Tagen jedoch nicht vergessen dürfen: Der Krieg ist von den russischen Machthabern  initiiert. Nach den vorliegenden Informationen ist anzuzweifeln, dass deren Handeln, trotz der massiven Desinformation durch die Staatsmedien, die Zustimmung der Mehrheit der russischen Bevölkerung findet. So sehr unsere Solidarität dem ukrainischen Volk gilt, so ist es nicht hinnehmbar, dass russische Mitbürger hierzulande stigmatisiert, beleidigt und angegriffen werden. Wir müssen weiterhin dafür einstehen, dass in unserem Land eine offene Kommunikation zwischen den verschiedenen Positionierungen erhalten bleibt und offensiv einer Lagerbildung, Pauschalisierung und Polarisierung  entgegenwirken. Der Dialog darf nicht abreißen. Als Psychotherapeut*innen stehen wir dafür, Räume offen zu halten, in denen genau dieser Dialog zwischen den Menschen möglich bleibt.